skinheads

Zurück

Ursprung in England

Die Skinhead-Bewegung entwickelte sich in den 60er Jahren in England als Abspaltung der aus der "Nach-Rock’n Roll-Ära" stammenden sogenannten Mods ("modrnists"). Die "Mods" trachteten überwiegend nach einem luxuriösen Lebensstil, dessen Ausdruck teure Kleidung, Motorroller und die ständige Suche nach neuer "Aktion" war.

Eng verbunden mit diesen äußeren Merkmalen waren gewaltsame Auseinandersetzungen mit Anhängern der parallelen Subkulturen der sogenannten Teds und Rocker.

Mit der konsumorientierten Lebensweise der damaligen jungen Generation konnten viele Altersgefährten nicht mithalten. Insbesondere die jugendlichen Angehörigen der zunehmend auch durch Wegzug der Besserverdienenden in eigenen Vierteln ausgegrenzten Arbeiterschicht lehnten sich gegen die aus ihrer Sicht gezeigte Anbiederung an die Mittel- und Oberschicht auf.

Die Jugendlichen aus dem Arbeitermilieu ("Hard-Mods" oder "suits") veränderten ihr Aussehen, indem sie die Haare – als Kontrast zu den langhaarigen Hippies – kürzer schnitten und die sonst als Arbeitskleidung dienenden Jeans und Stiefel auch in der Freizeit trugen. Später kamen Tätowierungen und die sogenannten Bomberjacken hinzu.

Anstatt Diskotheken und andere Vergnügungsstätten zu besuchen, verbrachten die meist ungelernten oder in Hilfsarbeiterdiensten stehenden "Hard-Mods" – Jugendlichen ihre Freizeit in Kneipen. Hier wurde trotzig ein Kult hart arbeitender Männer gepflegt. Es entwickelte sich zudem eine Ablehnung gegen Gesellschaftsformen und eine zunehmende Kleinkriminalität. Sie stellten bald den Kern gewaltbereiter Fußballfans, die sich nach den Spielen Schlägereien mit den gegnerischen Anhängern lieferten. Bald wurden diese Gewalttätigkeiten mit Waffen, z.B. Eisenstangen, Messern, Holzlatten, Flaschen u.ä., ausgetragen. Im Zusammenhang mit den gewaltsamen Auseinadersetzungen im Umfeld der Fußballspiele kam der Begriff "boot- Boys" für diese Schläger auf.

Die Gewaltausbrüche fanden auch Eingang in den Alltag. Vielzählige Gangs traten sich in ihren Vierteln in "Revierkämpfen" gegenüber.

1969 wurde erstmals für diesen Personenkreis der Begriff "Skinhead" geprägt. Er bezieht sich auf die durch kurz rasierte Haare deutlich sichtbare Kopfhaut.

Die 70er Jahre waren in England durch eine zunehmende Politisierung und Radikalisierung der Skinheads gekennzeichnet.

Hierbei fiel insbesondere die rassistische, gegen die farbigen Einwanderer aus dem Commonwealth gerichtete Propaganda der "National Front" (NF)19 bei den Skinheads auf fruchtbaren Boden. Die Skinheads sahen ihre gewaltorientierten Einstellungen und Verhaltensweisen durch die politische Propaganda der NF legitimiert. Von der NF fühlten sie sich verstanden und ernst genommen. Ihr fühlten sie sich zugehörig.

Die Symbiose zwischen der NF und den Skinheads währte jedoch nicht lange. Die exzessiven Gewaltausbrüche der Skinheads ließen bei der NF die Befürchtung aufkommen, dadurch Wählerstimmen zu verlieren. Die NF distanzierte sich deshalb zunehmend von den Skinheads.

Auf der anderen Seite fühlten sich die Skinheads oftmals von der NF als militantes Aushängeschild missbraucht. Eine deutliche Abwendung der Skinheads von der NF war die Folge. Sie favorisierten in der Folgezeit andere Gewalt propagierende Gruppen.

Verschiedene Musikrichtungen waren seit den 70er Jahren Erkennungsmerkmale für Anhänger der unterschiedlichen jugendlichen Kulturen.

Für Skinheads war es ursprünglich die SKA- und Reggae-Musik aus Jamaika. Die Skinheads fühlten sich den meist mittellosen schwarzen Einwanderern mehr verbunden als der weißen Mittelschicht Englands.

Allerdings kam es mit den zunehmenden wirtschaftlichen Problemen zu immer stärker ausgeprägten Rivalitäten zwischen den einheimischen und eingewanderten Arbeitern.

Die Forderungen der Einwanderer nach Gleichberechtigung, Arbeit und Anerkennung fanden auch Ausdruck in den Texten der SKA- bzw. Reggae-Musik. Dieses führte zusammen mit der parallel stattfindenden Politisierung der Skinheads in Form von zunehmendem Nationalismus und Rassismus zu einer Abkehr von dieser Musik.

Es folgte die Hinwendung zur Rock-Musik, speziell zu deren  Ableger des Punk (rebellischer, anarchistischer Rock), der sogenannten Oi-Musik.20

Anklang bei den deutschen Skinheads finden jedoch auch durchaus Bands wie die "Zillertaler Türkenjäger", die ihre menschenverachtenden Texte mit Melodien von deutschen Volksliedern und Schlagern unterlegen.

Entwicklung in Deutschland

 

In Deutschland tauchten Ende der 70er Jahre die ersten Skinheads auf, die den Kult bei Englandreisen oder durch in Deutschland stationierte britische Soldaten kennengelernt hatten.

Anfang der 80er Jahre bildeten sich erste Ansätze einer Skinhead-Bewegung in Deutschland. Sie entwickelte sich in Hamburg und Berlin aus einer Abspaltung der damaligen politisch "Punks" an, denen die "Punkszene" zu politisch ("links") bzw. zu kommerziell geworden war.

Anfangs überwogen die Gemeinsamkeiten beider Lager. Hierzu zählten die "Punkmusik", die Feindbilder "Hippies", die Polizei und das Bürgertum. Aufgrund der unterschiedlichen Einstellungen kam es jedoch immer öfter zu gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den beiden Gruppierungen. Es gab Versuche, beide Szenen zu vereinen. Diese gingen in erster Linie von den "Punks" aus, die deutlicher als die Skinheads den Staat und seine Polizei als Hauptgegner betrachteten und die Zerstrittenheit der "rebellischen" Minderheiten unter den jugendlichen Subkulturen als schädlich ansahen. Die Vereinigungsbemühungen scheiterten, da die "Punks" keine Skinheads mit neonationalsozialistischem Anspruch ("Naziskins") in der Szene dulden wollten. Auch wenn die Überwiegende Mehrzahl der Skinheads keine "Naziskins" waren, so standen ihnen diese doch näher als die "linken Punks". Der Aufruf an Skinheads zur Trennung von Teilen der eigenen Szene führte zur Soldarisierung von Skinheads und "Naziskins". Es kam zu Prügeleien zwischen großen Teilen der "Punk"- und Skinhead-Szene.

Hauptbetätigungsfeld der Skinheads der ersten Generation in Deutschland blieb das Fußballstadion. Die Gewalt in den Stadien nahm proportional zum Anwachsen der Szene zu. Höhepunkt bildete die Saison 1984/85. Die Skinheads aus Berlin und Hamburg standen in jenen Tagen in dem Ruf, den schlagkräftigsten und größten Mob aufbieten zu können. Der Rassismus in großen Teilen der Szene war- noch-"unpolitisch". Das heißt, er war vorwiegend in persönlichen Einstellungen verankert, ohne dass damit das Bedürfnis verbunden war, auch den Rest der Welt zu bekehren. 1985 wurden zwei Hamburger Türken von Skinheads auf offener Straße getötet. Einerseits bedeutete dies für viele Skinheads den Ausstieg, entweder weil sie nichts mit rassistischen Mördern zu tun haben wollten, oder weil sie einfach Angst um ihre eigene Haut hatten. Dennoch wuchs die Szene an, gerade weil sich viele Jugendliche durch solche Schlagzeilen locken ließen.

Die zweite Generation der Skinheads, die sich etwa Mitte der 80er Jahre bildete, fiel öffentlich weniger auf. In den Stadien übernahmen die "Hooligans"21 ihren Platz.

Von diesen Skinheads wurden eigene Bands gegründet, deren Texte zunehmend eine rechtsextremistische Ausrichtung aufwiesen und in eigenen Fanzines (zusammengesetzt aus den Wörtern fan und magazine) vorgestellt und besprochen wurden.

Die 90er Jahre stehen im Zeichen einer ausgeprägten, immer diffuser werdenden Skinhead-Subkultur.

Der überwiegende Teil dieser Skinhead-Generation entstammt einer sich Anfang der 80er Jahre in der damaligen DDR entwickelten Skinhead-Szene.

Diese eher unpolitischen Skinheads kamen aus den Teilen der DDR-Bevölkerung, die mit dem realen Sozialismus und seinen negativen Auswirkungen auf die Lebensqualität (verordnete Jubelfeiern, Konsumeinschränkungen und mangelnde Reisefreiheit) zunehmend unzufrieden waren.

Staatliche Repressionsmaßnahmen sowie Zugangsbeschränkung zu Kneipen und Jugendklubs trieben die Skinheads in die Isolation. Auf der Suche nach neuen Treffpunkten und konspirativ agierenden Neonazis.

Eine zunehmende Politisierung war die Folge.

Nach der Vereinigung Deutschlands bildeten sich schnell zwei bis heute zu beobachtende Strömungen innerhalb der Skinhead-Szene heraus. Der größte Teil der Szene besteht aus unpolitischen Skinheads. Ein kleiner Teil ist politisch motiviert und vertritt rechtsextremistisches, insbesondere neonazistisches Gedankengut.

21 Der Begriff "Hooligans" bezeichnet in der englischen und amerikanischen Sprache einen gewalttätigen, rohen Menschen. Hooligans tauchen im Umfeld von Sportveranstaltungen, überwiegend bei Fußballspielen, auf. Sie sind weniger an den Sportveranstaltungen als an gewaltsamen körperlichen Auseinandersetzungen interessiert. Die Schlägereien finden insbesondere in den Innenstädten und Bahnhöfen der spielaustragenden Orte statt. Kämpfe mit Hooligans aus dem Umfeld der gegnerischen Mannschaften werden oftmals gut organisiert weit weg von den Sportveranstaltungen ausgetragen.

Skinheads heute

 

Im deutschsprachigen Raum gibt es heute etwa 8000 Skinheads: 5000-6000 in der Alt-BRD, bis zu 2000 in den neuen Bundesländern, ca. 600 in Österreich und wenige hundert in der Schweiz. Tendenz steigend. Ach aus anderen, vor allem osteuropäischen Ländern, erreichen Deutschland immer häufiger Berichte über einen neuen Boom der Skinheadszene.

Als sich nach 1988 Skinheads in den Altbundesländern wieder verstärkt auf ihre nichtrassistischen Wurzelen besannen, blieben die Medien (Ausnahmen bestätigen auch hier die Regel) aus Eigeninteresse dem einmal gefällten Urteil: "Einmal Nazi, immer Nazi." Skinheads, zumal wenn sie mit Rechtsradikalismus in einem Aufzug genannt werden, sind für die Redaktionen und Fernsehsender unersetzlich.

Was für Menschen sind Skinheads?

 

Skinheads sind Menschen, die sich gegen, normale Jugendliche und Erwachsenne abgrenzen wollen, insbesondere gegenüber "angepassten" Konsumbürgern, "Spießern" und Mittelschichtangehörigen. Innerhalb ihrer Gruppierung streben sie nach " Zusammenhalt"´, Kameradschaft und Zuferlässigkeit. Auch wen es mit der eigenen Biographie nicht immer zusammenfällt, verstehen sich die meisten Skins als "Working Class", sehen sich zumeist historisch dort verwurzelt.

 

Quelle: http://www.skinhead-ska-skandal.de.vu



Datenschutzerklärung
Gratis Homepage von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!